Grenzlandmuseum Eichsfeld

 

Auftraggeber Grenzlandmuseum Eichsfeld e. V.
Ort Teistungen, Region Eichsfeld, Thüringen
Eröffnung vorauss. August 2010
Aufgaben Gestaltung und Umsetzung der Dauerausstellung und des Besucherinformationszentrums (alle HOAI-Phasen). Gestaltung und Produktion der Ausstellungsmedien. Konzeption der Lichtgestaltung. Gestaltung und Produktion des Informations- und Leitsystems innen und außen. Sanierungskonzept der Bestandsgebäude. In Zusammenarbeit mit Thilo Fuchs, Tatin Berlin

Bis vor wenigen Jahren zog sich von der Lübecker Bucht bis nach Hof in Bayern eine im Laufe von vier Jahrzehnten DDR-Diktatur immer perfekter ausgebaute Grenze, die Deutschland teilte und die Menschen auf unnatürliche und gewaltsame Weise voneinander trennte. Im Jahr 1989 öffnete sich dieser „Eiserne Vorhang” mitten durch Deutschland. Mittlerweile ist die einst unübersehbare, 1.400 km lange und fast unüberwindliche Grenze mit dem bloßen Auge vielerorts kaum mehr zu entdecken. Die Grenzanlagen sind weitgehend verschwunden, der Grenzstreifen wurde von der Natur und den Menschen wieder in Besitz genommen. Das 1995 eröffnete Grenzlandmuseum Eichsfeld am ehemaligen Grenzübergang Duderstadt-Worbis, an der heutigen Landesgrenze zwischen Thüringen und Niedersachsen, trägt dazu bei, die Erinnerung an die Geschichte der deutsch-deutschen Grenze wachzuhalten und als Mahnung an die Zukunft zu bewahren. Zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer wird diese Einrichtung nun völlig neu konzipiert.

Die Ausstellung erstreckt sich über drei Gebäude der ehemaligen Grenzanlagen und bezieht den Außenraum, den „Grenzlandweg“ mit ein. In enger Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen Team und dem Architekturbüro Stadermann, das einen Anbau als neues Empfangs- und Servicegebäude realisiert, entsteht ein ganzheitlich gestaltetes Museumskonzept, das die Authentizität des Ortes hervorhebt und gleichzeitig eine moderne Ausstellungssprache spricht. Als gestalterisches Leitmotiv wird ein kontinuierlich sich abwickelndes Band gestaltet, hergeleitet von der geographischen und technischen Erscheinung der Grenze. Im Außenraum wird das Band in Einzelelemente aufgelöst, die den Weg weisen und an Stationen zusätzliche Informationen tragen. Das Band dient als Leitsystem, Grafikträger, Raumteiler, Podest und Vitrine. Die vorhandenen Oberflächen der bestehenden Gebäude werden farblich zurückgenommen, es entstehen weiße Räume mit grauen Böden, eine Gestaltung, die die kargen Räume der ursprünglichen Nutzung als Verwaltungsgebäude nachempfindet.