Die Schöninger Speere – Mensch und Jagd vor 400.000 Jahren

 
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Auftraggeber:
Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Ort:
Braunschweigisches Landesmuseum und Niedersächsisches Landesmuseum Hannover
Laufzeit:
November 2007 – Juli 2008
Fläche:
800 qm
Aufgaben:

Gestaltung der Wanderausstellung (alle HOAI-Phasen): Ausstellungsgestaltung, Grafik und Licht, Gestaltung und Produktion der Ausstellungsmedien, Medienhardwareplanung, Mitarbeit an der inhaltlichen Konzeption, Produktionsleitung, Kostencontrolling  

IGLHAUT + von GROTE Ausstellungsgestaltung und Design / Die Schöninger Speere – Mensch und Jagd vor 400.000 Jahren
Projektbeschreibung:

Bei Schöningen in Niedersachsen wurde eine Weltsensation entdeckt: Archäologen fanden acht gut erhaltene Holzspeere aus der Altsteinzeit, die das hohe technische Können des Homo erectus belegen. Holzgeräte aus dieser Zeit sind aufgrund ungünstiger Erhaltungsbedingungen äußerst selten. Die Schöninger Speere gehören mit ihrem Alter von rund 400.000 Jahren zu den frühesten Besiedlungsspuren in Europa. Sie liefern sensationelle neue Erkenntnisse über die Entwicklungsgeschichte des Menschen vor über 400.000 Jahren.

Höchste technische und konservatorische Anforderungen an die Objektpräsentation bestimmten auch die Ausstellungsgestaltung und Ausstellungstechnik: Die altsteinzeitlichen Holzwaffen wurden in gekühlten, sterilen Wasservitrinen präsentiert – Aquarien gleich. Als Wanderausstellung konzipiert, bestand die Herausforderung zudem in der Entwicklung eines modularen Systems, das auf verschiedene Raumgrundrisse anwendbar war.

Die Ausstellung versetzte den Besucher in die Perspektive eines Forschungsreisenden auf der Suche nach fremden Kulturen: „Die Vergangenheit ist ein fremdes Land“ formulierte der Historiker David Lowenthal – und dieses fremde Land muss wie ein unbekannter Planet entdeckt und erforscht werden, um eine Rekonstruktion von Leben und Kultur zu ermöglichen. Als gestalterische Leitidee wurde daher das Bild einer Forschungsreise in den Kontext der Raumfahrt und der Science Fiction-Space Operas übersetzt, um den Blick auf die Menschheit vor 400.000 Jahren als eine Entdeckung des Außergewöhnlichen, des Sensationellen zuzuspitzen. Die Ausstellungsbesucher hoben ab von der Erde und traten eine Reise an, um die eigene Vorgeschichte zu erforschen. Dabei zitierte die Ausstellungsgestaltung Ideen und Bildmotive aus der Science Fiction-Welt und erzeugte den Eindruck einer futuristischen, raumschiffähnlichen Atmosphäre. Diese Bildmetapher zog sich auf den verschiedenen Ebenen der Szenografie, der Grafik und der Medien durch die Ausstellung und bestimmte den Gestaltungsansatz. Der Besucher betrat eine Forschungsstation, die verschiedene Beobachtungs-, Dokumentations- und Laboratoriumsräume enthielt und begab sich auf die gedachte Forschungsreise.

Szenografie


Grafik


Print


Medien