Die Stunde der Matrosen. Kiel und die Deutsche Revolution 1918

 
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Auftraggeber:
Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum
Ort:
Kiel
Eröffnung:
Mai 2018 - Oktober 2019
Fläche:
900 qm
Aufgaben:

Konzeption, Gestaltung und Produktionsleitung der Sonderausstellung (alle HOAI-Phasen): Ausstellungsgestaltung, Grafik und Licht, Gestaltung und Produktion der Ausstellungsmedien, Medienhardwareplanung, Katalog und Drucksachen, Kostencontrolling, Verwendungsnachweis

IGLHAUT + von GROTE Ausstellungsgestaltung und Design / Die Stunde der Matrosen. Kiel und die Deutsche Revolution 1918
Der rote Keil: Szenografie im denkmalgeschützen Bestandsgebäude Fischhalle
Projektbeschreibung:

Der Kieler Matrosenaufstand ist ein Ereignis von nationaler Bedeutung und steht in einem internationalen Kontext. Obwohl der Erste Weltkrieg formal durch die Unterzeichnung der deutschen Kapitulation am 11. November 1918 beendet wurde, hatte der Matrosenaufstand eine besondere Stellung in dem kriegsbegleitenden mentalen und gesellschaftspolitischen Prozess. Der Matrosenaufstand machte die Verweigerung des Krieges durch den Einzelnen zu einer politischen Bewegung und setzte sich gegen die Autorität der staatlichen Gewalt durch.

Ziel der Ausstellung ist es, den Kieler Matrosenaufstand als einen solchen Meilenstein auf dem Weg zur deutschen Demokratie zu zeigen. Dabei geht es um den faktischen Beitrag der demonstrierenden Matrosen und Arbeiter zum demokratischen Neuanfang in der Weimarer Republik, um ihre Forderungen nach dem Sturz der Monarchie, nach einem fairen Wahlrecht und der Anerkennung elementarer Bürgerrechte.

Als langjähriger Partner des Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseums realisierte das Büro IGLHAUT + von GROTE die Gesamtkonzeption und -gestaltung der Sonderausstellung einschließlich Medienproduktionen und der Printprodukte. Dafür standen die Räumlichkeiten der Fischhalle, ein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude von 1909, an der Kieler Förde zur Verfügung. Ein großer roter Keil mit rostig wirkendes Außenflächen schiebt sich quer durch die Halle und scheint die umgebenden Einbauten zur Seite zu drängen. Der rote Keil steht symbolisch für die revolutionären Kräfte der Gesellschaft, die das Ende des alten Systems, der Monarchie, einleiteten.

Da nur sehr wenige Dokumente und Original-Exponate zum Matrosenaufstand überliefert sind, wurden attraktive szenografische Elemente – interaktiv und informativ – zur Vermittlung der historischen Inhalte entwickelt. Weitere Exponate (Militaria, Schiffsmodelle, Marinemalerei, Gegenstände der Alltagskultur aus der Arbeiterschicht, politische Plakate, Flugblätter und Gemälde etc.) wurden aus der Sammlung des Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseums sowie von einschlägigen Leihgebern ausgestellt.

Bei der Gestaltung der Räume wurde gleichermaßen Wert auf den sensiblen Umgang mit dem denkmalgeschützten Gebäude gelegt sowie auf die adäquate Darstellung von Inhalten und Original-Exponaten. Die Besonderheit in der inhaltlichen Erschließung lag in einem kleinen Ausstellungsführer, den jeder Besucher kostenfrei erhielt. In diesem Heft waren alle Modul- und Thementexte zur Ausstellung abgedruckt, so dass die Ausstellung nach eigenem Empfinden erschlossen werden konnte und zudem ein Andenken an den Besuch mit nach Hause genommen werden konnte.

Szenografie


Grafik


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