Kanak – Museé du Quai Branly

 
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Text
Auftraggeber:
Musée du Quai Branly
Ort:
Paris
Zeitraum:
2012
Aufgaben:

 Geladener Wettbewerb für eine Sonderausstellung

IGLHAUT + von GROTE Ausstellungsgestaltung und Design / Kanak – Museé du Quai Branly
Projektbeschreibung:

Die Ausstellung “Kanak” öffnete der Öffentlichkeit ihre Türen zu einem wichtigen Zeitpunkt, um die Geschichte des Inselvolkes aus Neukaledonien zu präsentieren. Zwischen 2014 und 2018 stimmen die Kanaken per Volksentscheid darüber ab, ob sie weiterhin zu Frankreich gehören oder einen unabhängigen Staat gründen. Die Kanaken sind ein Volk auf der Suche nach einer neuen Identität, nachdem ihre Kultur über Jahrhunderte durch Kolonialisierung und Missionierung verändert wurde. Es ist insbesondere ihrem Brauchtum des Tauschs zuzuschreiben, dass die Kanaken ihre Kultur auch in den Jahren der Unterdrückung aufrechterhalten konnten.

In einer raumgreifenden Installation, die durch eine akustische Inszenierung unterstützt wird, entstand eine atmosphärische Welt, in die Objekte der Kanaken eingebunden wurden. Die kulturelle Praxis der Kanaken kristallisierte sich im Tausch von Waren und Worten und dadurch im Aufbau ihrer sozialen Netzwerke. Dieser Austausch wurde durch ein leichtes Netz symbolisiert, das sich über den ganzen Raum spannte und massive Inseln mit integrierten Objekten verband. Die Wichtigkeit der oralen Tradition für diesen Volksstamm wurde durch akustische Inszenierungen in das Netz eingebunden: Gebete, Gesänge und Geschichten führen den Besucher durch die Ausstellung. Das organische Netzwerk, das die Objekte umhüllte, wurde an fünf Stellen durch hohe weiße Wände unterbrochen und zwang das es zu einer Richtungsänderung. Diese trennenden Raumelemente versinnbildlichten den Einfluss der europäischen Besatzer und zeigten deren Blick auf die Kultur der Kanaken. Aus dem Zusammenspiel der drei symbolischen aufgeladenen Elemente – Netzwerk, Inseln und europäischer Blick – erwuchs das Konzept dieser Ausstellungsgestaltung.

Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit Krauss – Rihouey Architectes, Paris.

Szenografie