Kleist: Krise und Experiment – Doppelausstellung in Berlin und Frankfurt (Oder)

 
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Auftraggeber:
Kleist-Museum Frankfurt (Oder) / Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft, Berlin
Ort:
Ephraim-Palais Berlin und Kleist-Museum, Frankfurt (Oder)
Laufzeit:
Mai 2011 – Januar 2012
Fläche:
1.100 qm
Aufgaben:

Sonderausstellungen in Berlin und Frankfurt (Oder) (alle HOAI-Phasen): Ausstellungsgestaltung, Grafik und Licht, Produktionsleitung, technische Planung und Realisierung Medienprogramm, Inhaltliche Konzeption und Leihverkehr, Redaktion und Gestaltung Katalog, Veranstaltungsmanagement, Antragstellungen, Kostencontrolling, Verwendungsnachweis, Realisierung Internet-Portal

IGLHAUT + von GROTE Ausstellungsgestaltung und Design / Kleist: Krise und Experiment – Doppelausstellung in Berlin und Frankfurt (Oder)
Projektbeschreibung:

Kleist war an der Jahrhundertwende 1800 ein Krisenspezialist und Projektemacher, der Deutschland als einen bewegungsarmen Wartesaal empfand. Er versuchte, seine Zeitgenossen mit futurischen Experimenten nicht nur in der Literatur, sondern in allen gesellschaftlichen Bereichen wachzurütteln – mit Ideen zur Militär- und Finanzreform des preußischen Staates, mit der Erfindung einer „Lasterschule“ nach dem Programm einer „gegensätzischen“ Pädagogik, mit dem Entwurf eines U-Boots oder einer „Bombenpost“ oder der Installierung einer hauptstädtischen Boulevardzeitung zur Camouflierung politischen Handelns. Als Persönlichkeit, Dramatiker und Erzähler mit extremen Positionen, von seinen Zeitgenossen unverstanden, erscheint Kleist heute als moderner Charakter, der an der Jahrhundertwende 1800 in die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche in Deutschland geriet und, obwohl aus einer märkischen Adelsfamilie stammend, zeitlebens instabile Lebensverhältnisse hatte. Aus der permanenten Krisenerfahrung heraus entwickelte er seine Ideen und seine wechselnden Lebensentwürfe. Ständig erneuerte er nach seiner Zeit beim Militär seinen Lebensplan, entwarf sich immer wieder neu als Gelehrter, Beamter, Familienvater, Bauer, Buchhändler oder Redakteur, und schließlich als erfolgreicher Schriftsteller, was ihm zu Lebzeiten versagt blieb. Kleists 200. Todestag am 21. November 2011 gab Anlass dazu, den Zusammenhang von Krise, Kritik und Reformideen damals und heute zu diskutieren. Im Zentrum dieser Auseinandersetzung stand die Doppelausstellung Kleist: Krise und Experiment, die zeitgleich im Berliner Ephraim Palais / Stadtmuseum Berlin und im Kleist-Museum, Frankfurt (Oder) zu sehen war. Ein umfangreiches Rahmenprogramm ergänzte die Themenräume der Ausstellung mit wissenschaftlichen und künstlerischen Beiträgen und gab Raum für lebhafte Diskussionen zwischen den Zeiten. Kleists Texte, vor allem seine Briefe, führten vielstimmig und leitmotivisch akustisch durch die Ausstellung.

Szenografie


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Audio, 0.49 Minuten
Ausschnitt aus dem Audioguide im Ephraim-Palais in Berlin

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