Militärhistorisches Museum Wien

 
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Auftraggeber:
Heeresgeschichtliches Museum
Ort:
Wien
Zeitraum:
Februar 2012
Webseite:
Aufgaben:

Geladener Wettbewerb zur Neuausgestaltung der Saalgruppe Sarajevo/Erster Weltkrieg

IGLHAUT + von GROTE Ausstellungsgestaltung und Design / Militärhistorisches Museum Wien
Projektbeschreibung:

Im Jahr 2014 jährte sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Das HGM/MHI widmet sich mit drei Sälen diesem Themenkomplex. In einem geladenen Wettbewerb wurde von IGLHAUT + von GROTE ein raumgreifendes Konzept ausgearbeitet, das mit einem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet wurde.
Für die Neugestaltung der Ausstellungen in der Saalgruppe „Sarajevo / Erster Weltkrieg“ wird ein integriertes Konzept architektonischer und dramaturgischer Maßnahmen vorgelegt, das den Raum erweitert und die Präsentationsflächen vergrößert. Die zentrale architektonische Maßnahme umfasst eine vom „Sarajevo-Saal“ ausgehende, eingeschnittene Rampe, durch die im Saal „Erster Weltkrieg“ eine Zweigeschossigkeit erreicht wird. Die Maßnahme der Öffnung des bisherigen Bodenniveaus schafft zusätzliche Wand- und Vitrinenflächen und ein neues Raumerlebnis: der Raum wird hinsichtlich Wirkung und Wegeführung dramatisiert. Es werden neue Blickachsen und gleichzeitige Wahrnehmbarkeit von Raumebenen (oben/unten, Durchblicke, Querbeziehungen) und Ausstellungsthemen geschaffen. Multiperspektivität als Herangehensweise an das Ausstellungskonzept ist bereits in der Raumorganisation angelegt. Der Raum erhält durch die eingeschnittene Rampe Transparenz und Offenheit und eine neue Spannung. Der architektonische Eingriff hat auch eine metaphorische Bedeutung: Die Rampe gräbt sich in die Vergangenheit, auch die des Gebäudes, ein. Zivilisations- und Kriegsschutt wird freigelegt und damit verschüttete Erinnerungen.
Trotz der sachlichen Strenge der Ausstellungsidee, die vollständig aus der Sammlung des Heeresgeschichtlichen Museums bestückt wird, wird der Erlebnischarakter für den Besucher gestärkt. Die Ausstellung will keine reine Objektpräsentation mehr sein, sondern eine lebendige Erzählung im Raum. Farben, Materialien, Präsentationstechniken und Beleuchtung ergeben ein szenografisches Gesamtbild. Architekturidee und Ausstellungsdramaturgie entstehen so als eng verzahntes Konzept.

Szenografie