Zukunft der Natur: Alpinarium Galtür und Landesausstellung Tirol – Südtirol – Trentino

 

Auftraggeber Gemeinde Galtür und Tiroler Landesinstitut, Innsbruck
Ort Galtür, Hall (Tirol)
Bearbeitungszeitraum 2001-2002
Aufgaben Erstellung einer Konzeptstudie und eines Gutachtens in Zusammenarbeit mit Martin Roth und Fred-M. Dillenberger

Das Alpinarium Galtür, zugleich betonierter Schutzwall gegen Schnee und Besucherinformationszentrum, stellt sich nach der Lawinenkatastrophe im Jahr 1999 der brisanten Frage, wie der Wirtschaftsfaktor Fremdenverkehr mit dem nachhaltigen Schutz des hochalpinen Naturraums vereinbart werden kann. Dazu greift es gezielt die Widersprüche des modernen Lebens in den Alpen auf. Zum einen werden exemplarisch die schwierigen Lebensverhältnisse und Gefahren im Hochgebirge dargestellt. Zum anderen wird dieser besondere Natur- und Kulturraum als Ort touristischer Bedürfnisbefriedigung vorgeführt, in dem letztlich hochmoderne Technik für die Versorgung und Sicherheit natur- und sportbegeisterter Gäste bürgt.

Das Konzept dieser Einrichtung distanziert sich vom idyllisierenden Gestus traditioneller Heimatmuseen. Es verortet mit zeitgenössischen Medien, symbolischen Inszenierungen und künstlerischen Installationen den Themenkomplex ästhetisch in der Gegenwart.
Die Konzeptstudie war Teil der Vorbereitungen zur Landesausstellung Tirol – Südtirol – Trentino unter dem Titel „Die Zukunft der Natur“, für die vom gleichen Team ein weiteres Gutachten vorgelegt wurde. Die Reflektion eines Bildes der Natur, die vielfältig instrumentalisiert und für Verkehr und Massentourismus dienstbar gemacht wurde, stand im Mittelpunkt dieser Projekte. Die Dauerausstellung des Alpinariums und die temporäre Landesausstellung in Hall (Tirol) wurden im Jahr 2005 gemeinsam eröffnet.